Montag, 17. März 2014
Sonntag, 9. März 2014
Betriebsausflug und indische Gastfreundschaft
Meine Kollegen haben bei unserem Betriebsausflug bewiesen, dass sie alles andere als verklemmt und für jeden Spaß zu haben sind!
Für mich war der Ausflug zum Freizeitparkt "Wild Tribe Ranch" der erste Betriebsausflug überhaupt und eine gute Gelegenheit, meine Kollegen und Kolleginnen mal privat besser kennenzulernen.
Schon um 9 Uhr morgens wurde im Bus die Musik voll aufgedreht und nach und nach sprangen die Mitreisenden von ihren Sitzen auf, um ihre indischen Tanzmoves zum Besten zu geben. Es wurde viel gelacht, getanzt und fotografiert und wir haben uns mental schon mal auf den Spaßpark vorbereitet. In Deutschland kann ich mir so eine ausgelassene Stimmung nur auf einer Feier mit viel Alkohol vorstellen und schon gar nicht zu einer so frühen Uhrzeit...
Wir hatten den gesamten Park für uns. Eine kleine Bildergeschichte folgt...
Da ich aus meinem alten Appartment ausziehen wollte, aber noch nicht in meine neue Unterkunft konnte, habe ich für zehn Tage bei der Familie meiner Kollegin Susanna leben dürfen. Das war mir dann doch lieber, als bei einem fremden Inder couch zu surfen oder in einem Lady´s Hostel ohne Dusche und mit Ausgangssperre unterzukommen.
Ich wurde sehr herzlich von Susanna, ihrem Mann und der kleinen Tochter aufgenommen und habe jeden Tag hausgemachtes Essen probieren dürfen. Zum Frühstück gab es schon deftiges Essen mit frisch gepresstem Orangensaft. Bevor ich aufgegessen hatte, lag schon der nächste Dosa (eine Art Pfannkuchen ohne Ei aus Reis-und Linsenmehl) auf meinem Teller. Es ist üblich, dass die Gäste zuerst bedient werden, danach isst der Gastgeber. Gegessen wird dabei nicht immer am Tisch. Oft setzt man sich einfach auf den Boden...wo man sich eben gerade befindet.
Nach dem Frühstück bin ich mit Susanna und ihrer Tochter auf dem Roller zur "Schule" (ein Kindergarten, in dem die 2-Jährigen schon unterrichtet werden...) gefahren, um dort Tusita abzuliefern. Sie geht dort jeden Tag hin und verbringt danach den Rest des Tages bei ihren Großeltern. Danach sind wir immer gemeinsam zur Arbeit gefahren.
Ich wurde von der Familie zu allem eingeladen und habe mich direkt als Familienmitglied gefühlt.
Nach zehn Tagen musste ich leider wieder weiterziehen, aber ich bin sehr froh, endlich in meiner eigentlichen Wohnung angekommen zu sein. Jetzt lebe ich bei Syamala, eine ehemaligen Lehrerin des Goethe-Instituts, die alleinstehend ist und gerne etwas deutsche Gesellschaft hat. Sie ist schon etwas älter, aber geistig noch ganz fit und sehr aktiv. Ich habe hier ein niedliches Zimmer mit eigenem Bad und wohne in einer guten Gegend. Syamala ist sehr um meine Sicherheit besorgt, weshalb nach 23 Uhr die Wohnung komplett verriegelt wird. Das ist der einzige Nachteil der Wohnung, aber ich werde mich damit wohl arrangieren. Bei der Hitze ist es mir sogar lieber um 6 aufzustehen und einen Hauch frische Luft und die "freien" Straßen zu genießen, als lange zu schlafen. Da ich nun wieder hospitiere, muss ich nun sowieso früh aufstehen und bin abends dementsrprechend müde.
Letztes Wochenende hatte ich einen kurzen Besuch von meinem Vater, der zufällig zur gleichen Zeit auf einer Geschäftsreise in Indien war. Es war ein schönes, wenn auch kurzes Wochenende und wir haben einige neue Sehenswürdigkeiten und Restaurants der Stadt kennengelernt. Außerdem konnte sich mein Vater vergewissern, dass es mir hier an nichts mangelt und ich von vielen liebenswerten Menschen umgeben bin. Es ist natürlich noch einmal ganz anders mit eigenen Augen das Land zu sehen, als nur davon zu lesen und zu hören.
Ich habe nun meinen zweiten Hospitationskurs begonnen und ich bin wieder sehr zufrieden mit dem Kurs. Jetzt habe ich ein paar Priester in der Gruppe, die Deutsch lernen müssen.
Meine Tamilkenntnisse sind leider noch nicht sehr fortgeschritten und ich habe das Gefühl aufgrund meiner "Sprachlosigkeit" viel zu verpassen. Neulich fuhr ich im Bus und es zeterte mal wieder eine Frau, die sich mit dem Geldeinsammler des Busses stritt. Sie wurde immer lauter und lauter und der gesamte Bus wartete darauf, dass die Diskussion ein Ende nehemen würde und der Bus weiterfahren könnte. Schließlich habe ich einen Fahrgast gefragt, worum es denn ging. Letztendlich hat sich die Frau nur darüber aufgeregt, dass der Bus nicht direkt vor ihrer Nase an der Bushaltestelle, sondern ein paar Meter entfernt gehalten hatte und sie fünf Schritte dem Bus hinterherlaufen musste. Ich frage mich immer noch, was man darüber so lange und breit diskutieren kann.
Für mich war der Ausflug zum Freizeitparkt "Wild Tribe Ranch" der erste Betriebsausflug überhaupt und eine gute Gelegenheit, meine Kollegen und Kolleginnen mal privat besser kennenzulernen.
Schon um 9 Uhr morgens wurde im Bus die Musik voll aufgedreht und nach und nach sprangen die Mitreisenden von ihren Sitzen auf, um ihre indischen Tanzmoves zum Besten zu geben. Es wurde viel gelacht, getanzt und fotografiert und wir haben uns mental schon mal auf den Spaßpark vorbereitet. In Deutschland kann ich mir so eine ausgelassene Stimmung nur auf einer Feier mit viel Alkohol vorstellen und schon gar nicht zu einer so frühen Uhrzeit...
Wir hatten den gesamten Park für uns. Eine kleine Bildergeschichte folgt...
| Mein Chef |
Da ich aus meinem alten Appartment ausziehen wollte, aber noch nicht in meine neue Unterkunft konnte, habe ich für zehn Tage bei der Familie meiner Kollegin Susanna leben dürfen. Das war mir dann doch lieber, als bei einem fremden Inder couch zu surfen oder in einem Lady´s Hostel ohne Dusche und mit Ausgangssperre unterzukommen.
Ich wurde sehr herzlich von Susanna, ihrem Mann und der kleinen Tochter aufgenommen und habe jeden Tag hausgemachtes Essen probieren dürfen. Zum Frühstück gab es schon deftiges Essen mit frisch gepresstem Orangensaft. Bevor ich aufgegessen hatte, lag schon der nächste Dosa (eine Art Pfannkuchen ohne Ei aus Reis-und Linsenmehl) auf meinem Teller. Es ist üblich, dass die Gäste zuerst bedient werden, danach isst der Gastgeber. Gegessen wird dabei nicht immer am Tisch. Oft setzt man sich einfach auf den Boden...wo man sich eben gerade befindet.
Nach dem Frühstück bin ich mit Susanna und ihrer Tochter auf dem Roller zur "Schule" (ein Kindergarten, in dem die 2-Jährigen schon unterrichtet werden...) gefahren, um dort Tusita abzuliefern. Sie geht dort jeden Tag hin und verbringt danach den Rest des Tages bei ihren Großeltern. Danach sind wir immer gemeinsam zur Arbeit gefahren.
Ich wurde von der Familie zu allem eingeladen und habe mich direkt als Familienmitglied gefühlt.
Nach zehn Tagen musste ich leider wieder weiterziehen, aber ich bin sehr froh, endlich in meiner eigentlichen Wohnung angekommen zu sein. Jetzt lebe ich bei Syamala, eine ehemaligen Lehrerin des Goethe-Instituts, die alleinstehend ist und gerne etwas deutsche Gesellschaft hat. Sie ist schon etwas älter, aber geistig noch ganz fit und sehr aktiv. Ich habe hier ein niedliches Zimmer mit eigenem Bad und wohne in einer guten Gegend. Syamala ist sehr um meine Sicherheit besorgt, weshalb nach 23 Uhr die Wohnung komplett verriegelt wird. Das ist der einzige Nachteil der Wohnung, aber ich werde mich damit wohl arrangieren. Bei der Hitze ist es mir sogar lieber um 6 aufzustehen und einen Hauch frische Luft und die "freien" Straßen zu genießen, als lange zu schlafen. Da ich nun wieder hospitiere, muss ich nun sowieso früh aufstehen und bin abends dementsrprechend müde.
Letztes Wochenende hatte ich einen kurzen Besuch von meinem Vater, der zufällig zur gleichen Zeit auf einer Geschäftsreise in Indien war. Es war ein schönes, wenn auch kurzes Wochenende und wir haben einige neue Sehenswürdigkeiten und Restaurants der Stadt kennengelernt. Außerdem konnte sich mein Vater vergewissern, dass es mir hier an nichts mangelt und ich von vielen liebenswerten Menschen umgeben bin. Es ist natürlich noch einmal ganz anders mit eigenen Augen das Land zu sehen, als nur davon zu lesen und zu hören.
Ich habe nun meinen zweiten Hospitationskurs begonnen und ich bin wieder sehr zufrieden mit dem Kurs. Jetzt habe ich ein paar Priester in der Gruppe, die Deutsch lernen müssen.
Meine Tamilkenntnisse sind leider noch nicht sehr fortgeschritten und ich habe das Gefühl aufgrund meiner "Sprachlosigkeit" viel zu verpassen. Neulich fuhr ich im Bus und es zeterte mal wieder eine Frau, die sich mit dem Geldeinsammler des Busses stritt. Sie wurde immer lauter und lauter und der gesamte Bus wartete darauf, dass die Diskussion ein Ende nehemen würde und der Bus weiterfahren könnte. Schließlich habe ich einen Fahrgast gefragt, worum es denn ging. Letztendlich hat sich die Frau nur darüber aufgeregt, dass der Bus nicht direkt vor ihrer Nase an der Bushaltestelle, sondern ein paar Meter entfernt gehalten hatte und sie fünf Schritte dem Bus hinterherlaufen musste. Ich frage mich immer noch, was man darüber so lange und breit diskutieren kann.
| Meine neue Nachbarschaft |
| Kokosnuss zum Schlürfen: das Wunderallheilmittel |
| Mein neuer Lieblingsladen...daraus bringe ich euch sicher etwas mit ;) |
| Kapaleeswar Tempel - Mylapore |
| Ausblick vom Leuchtturm am Marina Beach (dem angeblich zweitlängsten Sandstrand der Welt) |
| Im Teehaus |
Mittwoch, 19. Februar 2014
Tamil-Fernstudium
Für alle, die an einem Tamil-Fernstudium interessiert sind, habe ich hier ein paar Sätze. Sprecht sie mal laut vor euch her, dann bekommt ihr eine Idee vom Klang der Sprache. Die einzelnen Silben werden dabei immer ziemlich stark betont (nach freier Mitschrift und Übersetzung von mir- ohne Garantie für 100%ige Richtigkeit):
Yen paye Rebecca. - Ich heiße Rebecca.
Yennake iru pathe anje weise. - Ich bin 25 Jahre alt.
Naan Germany il irunthu vareen. - Ich bin aus Deutschland.
Naan ore teacher. - Ich bin eine Lehrerin.
Yennake ore Anna, ore Thambi. - Ich habe einen großen Bruder und einen kleinen Bruder.
Wichtig ist, das R wie im Spanischen mit der Zunge zu rollen. Die Wörter fließen ineineinander über - es wird nicht so abgehackt wie im Deutschen gesprochen. Plosive (t, k...) werden oft stark betont.
Grundsätzlich werden viele "Ahhs" in verschiedenen Variationen eingefügt....Ich glaube sie haben folgende Bedeutungen:
1. Ich verstehe.
2. Ja, okay.
3. Was? (Ausdruck des Erstaunens)
...
Yen paye Rebecca. - Ich heiße Rebecca.
Yennake iru pathe anje weise. - Ich bin 25 Jahre alt.
Naan Germany il irunthu vareen. - Ich bin aus Deutschland.
Naan ore teacher. - Ich bin eine Lehrerin.
Yennake ore Anna, ore Thambi. - Ich habe einen großen Bruder und einen kleinen Bruder.
Wichtig ist, das R wie im Spanischen mit der Zunge zu rollen. Die Wörter fließen ineineinander über - es wird nicht so abgehackt wie im Deutschen gesprochen. Plosive (t, k...) werden oft stark betont.
Grundsätzlich werden viele "Ahhs" in verschiedenen Variationen eingefügt....Ich glaube sie haben folgende Bedeutungen:
1. Ich verstehe.
2. Ja, okay.
3. Was? (Ausdruck des Erstaunens)
...
Dienstag, 18. Februar 2014
Eine Zugfahrt, die ist lustig...
Mysore
Meinen
ersten Wochenendtrip habe ich in Mysore verbracht. Die Stadt ist eigentlich nur
500 km von Chennai entfernt, mit dem Nachtzug ist man aber 9 bis 11 Stunden
unterwegs. Langweilig wird einem auf der Fahrt aber nicht – im Gegenteil.
Zuerst einmal sind wir mit der Metro zum Bahnhof gefahren. Dort gibt es
spezielle Lady´s-Abteile, d.h. die Frauen und Männer fahren in getrennten Wagons.
Türen gab es in diesen Zügen nicht, die Sicherheitsvorkehrungen sind etwas
anders als in Deutschland. So sieht man während der Fahrt viel von der Stadt.
Der Bahnhof in Chennai ist riesig und voller Menschen, die überall sitzen,
liegen und herumstehen, um auf ihren Zug zu warten. Obwohl dort so viel mehr
los ist als auf deutschen Bahnhöfen, ist die Stimmung dort wesentlich entspannter
und weniger hektisch. Ich war mit zwei Freundinnen unterwegs, die beide schon
ortskundiger als ich waren und genau wussten, wie das Zufahren hier
funktioniert. Wir hatten reservierte Betten in den Zügen und das Glück, dass
niemand Fremdes unser Bett im überbuchten Zug teilen wollte. Obwohl wir ein
paar schnarchende Mitreisende im Abteil hatten und viele Reisende schon früh
morgens Musik hörten, haben wir ein wenig Schlaf finden können und waren am
nächsten Tag bereit, die Stadt zu erkunden.
Zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Mysore gehört der Amba-Vilas-Palast, der von innen leider nicht fotografiert werden darf, aber wirklich atemberaubend schön ist. Da wir alle kein Kannada sprachen, konnten wir nicht verstehen, dass der Palast nur für 5 Minuten am Tag beleuchtet ist und haben dieses Spektakel leider verpasst. Dafür haben wir noch den großen Markt der Stadt gesehen, auf dem man das typische Sandelholzöl und Bananen in der Größe eines kleinen Fingers bekommen kann. Am nächsten Tag haben wir Chamundi-Hill, auf dessen Spitze sich der Chamundeshwari-Tempel befindet, besichtigt. Dieser Tempel ist ein Pilgerziel der Hindus und der Göttin Chamunda geweiht. Vor Ort hat uns eine Hindu über ihren Glauben aufgeklärt, was sehr interessant war. Sie glaubte an ein Goldenes Zeitalter (eine Art Paradies), das es vor 5000 Jahren einmal gegeben haben soll und wonach die Gläubigen wieder hinstreben. Etwas befremdlich fand ich den Gedanken, dass alle Leiden, die uns im Leben wiederfahren, mit den schlechten Taten aus unserem letzten Leben begründet wurden. Das ist jedoch eine Erklärung für mich, weshalb viele Hindus das Kastensystem und die Ungerechtigkeiten hinnehmen und sich nicht dagegen auflehnen. Die Frau hat sich wirklich viel Zeit für uns genommen und uns anschließend eingeladen, ein paar Tage bei ihnen zu meditieren. Leider hatten wir jedoch schon andere Pläne und haben uns stattdessen das Yoga-Viertel von Mysore angeschaut, in welchem ein Yoga-Schüler hipper als der andere war (s. Foto). Als wir abends zum Spice-Market fahren wollten, standen wir plötzlich in einem Wohnzimmer eines ehemaligen Bodybuilders (die umrahmten Bilder sprachen für sich…), der uns zeigen wollte, wie man Räucherstäbchen dreht.
Zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Mysore gehört der Amba-Vilas-Palast, der von innen leider nicht fotografiert werden darf, aber wirklich atemberaubend schön ist. Da wir alle kein Kannada sprachen, konnten wir nicht verstehen, dass der Palast nur für 5 Minuten am Tag beleuchtet ist und haben dieses Spektakel leider verpasst. Dafür haben wir noch den großen Markt der Stadt gesehen, auf dem man das typische Sandelholzöl und Bananen in der Größe eines kleinen Fingers bekommen kann. Am nächsten Tag haben wir Chamundi-Hill, auf dessen Spitze sich der Chamundeshwari-Tempel befindet, besichtigt. Dieser Tempel ist ein Pilgerziel der Hindus und der Göttin Chamunda geweiht. Vor Ort hat uns eine Hindu über ihren Glauben aufgeklärt, was sehr interessant war. Sie glaubte an ein Goldenes Zeitalter (eine Art Paradies), das es vor 5000 Jahren einmal gegeben haben soll und wonach die Gläubigen wieder hinstreben. Etwas befremdlich fand ich den Gedanken, dass alle Leiden, die uns im Leben wiederfahren, mit den schlechten Taten aus unserem letzten Leben begründet wurden. Das ist jedoch eine Erklärung für mich, weshalb viele Hindus das Kastensystem und die Ungerechtigkeiten hinnehmen und sich nicht dagegen auflehnen. Die Frau hat sich wirklich viel Zeit für uns genommen und uns anschließend eingeladen, ein paar Tage bei ihnen zu meditieren. Leider hatten wir jedoch schon andere Pläne und haben uns stattdessen das Yoga-Viertel von Mysore angeschaut, in welchem ein Yoga-Schüler hipper als der andere war (s. Foto). Als wir abends zum Spice-Market fahren wollten, standen wir plötzlich in einem Wohnzimmer eines ehemaligen Bodybuilders (die umrahmten Bilder sprachen für sich…), der uns zeigen wollte, wie man Räucherstäbchen dreht.
Nach der Reise war ich erst mal krank von all dem unbekannten Essen, aber ich habe mich wieder schnell erholt.
Mysore war
eine schöne Abwechslung zu Chennai. Wenn man mehr Zeit hat, kann man dort auch
tolle Ausflüge in die Natur der Umgebung unternehmen oder ein paar Tage
meditieren und zu sich selbst finden.
| Auf dem Weg ins Yogaviertel |
| Jack-Fruit...hmmm....lecker |
| Amba-Vilas-Palast |
| Chamundeshwari-Tempel |
| Ricarda und Vera probieren Tulsi |
| Eine neugierige Kuh |
| Im Nachtzug |
Lehrprobe
Vom
Goethe-Institut verabschieden sich immer mehr Praktikantinnen, aber es kommen
dafür auch neue. Gerade kam Franzi aus Dresden, mit der ich mich gut verstehe.
Sie hat schon viel Indienerfahrung und kann mir einiges erklären.
Ich habe
mittlerweile meine Lehrprobe gehalten und eine positive Rückmeldung bekommen.
Dennoch fehlt mir noch viel Praxiserfahrung und methodisches Wissen. Ich soll
nun ab März zwei Wochen lang eine persönliche Einführung in die Didaktik und
Methodik für Deutsch als Fremdsprache Unterricht bekommen. Außerdem ist die
Hospitationszeit in meinem Kurs nun leider schon vorbei. Ich mag die Schüler
total und war so zufrieden mit ihnen, dass ich es schade finde, dass es schon
vorbei ist. Dafür habe ich nun die Möglichkeit bei einem neuen Lehrer und neuen
Kurs zu hospitieren. Ich biete nun den Schülern freiwillige Übungsstunden an,
allerdings haben dazu viele keine Zeit, weil sie direkt nach dem Deutschkurs
arbeiten oder studieren müssen.
Ich habe nun schon ein paar Mal Prüfungsaufsicht gehabt. Überarbeiten tu ich mich nicht gerade, aber es gibt immer etwas zu tun und langweilig wird es selten. . .
Ich habe nun schon ein paar Mal Prüfungsaufsicht gehabt. Überarbeiten tu ich mich nicht gerade, aber es gibt immer etwas zu tun und langweilig wird es selten. . .
Zwar hat
mein Tamilunterricht immer noch nicht begonnen, aber ich habe mittlerweile eine
sehr nette Tamil-Tandempartnerin gefunden. Dank ihr kann ich mich nun auf Tamil
vorstellen und kenne einige wichtige Vokabeln. Ich habe schon gemerkt, dass die
Rikschafahrten wesentlich stressfreier sind (meistens gibt es Diskussionen um
den Preis…), wenn man zeigt, dass man ein paar Wörter in der Landessprache
kennt. Ein Seri, seri (okay, okay) entlockt einem ernsten Rikschafahrer so
manches Lächeln.
Es hat heute
das erste Mal in 6 Wochen geregnet und ich freue mich über die kleine
Erfrischung. Die vielen Mosquitos rauben mir zur Zeit den Schlaf. Ich habe das
Gefühl, dass diese aggressiven Lebewesen bereits immun gegen mein deutsches
„Anti-Brumm“-Spray sind.
Umzug
Ich musste
nun mein altes Apartment leider verlassen und komme gerade ein paar Tage in
Kilpauk bei einer sehr netten und gastfreundlichen Kollegin und ihrer kleinen
Familie unter, da ich nun doch erst etwas später als geplant in mein neues Heim
einziehen kann.
Zum Frühstück gab es heute schon deftiges Essen (Sambal mit dünnen Nudeln), aber es war sehr lecker.
Zum Frühstück gab es heute schon deftiges Essen (Sambal mit dünnen Nudeln), aber es war sehr lecker.
Ich werde
mich bemühen, etwas regelmäßiger in den Blog zu schreiben und freue mich immer
von euch zu hören!!
Mittwoch, 29. Januar 2014
Lunchbox auf Umwegen
| Mamallapuram (Mahabs) - 50 km von Chennai |
| Abschiedsfeier einer Kollegin |
| Susanna -eine Kollegin aus der Sprachabteilung |
| MitarbeiterInnen vom Goethe-Institut |
Jetzt bin ich schon drei Wochen in Chennai und
habe mich mittlerweile gut eingelebt. Die Zeit verfliegt nur so, aber das ist
wohl ein gutes Zeichen. Mir geht es auch sehr gut und ich erlebe viel, obwohl
ich nur meinen Alltag lebe.
Ich habe inzwischen meinen eigenen Arbeitsplatz bekommen, an dem ich in Ruhe
arbeiten kann. Außerdem hospitiere ich nun in einem Anfänger-Intensivkurs, in
welchem fast nur Ingenieure/innen sind bzw. Studenten, die Ingenieure werden
möchten. Da es sich um eine Anfängerkurs
handelt, ist der Kurs ziemlich groß (25 Teilnehmer). Die Schüler sind voll
motiviert und arbeiten gut mit. Ich durfte schon einige Stunden selbst halten
und ein deutsches Geburtstagslied einüben (zum Geburtstag viel GlUck). Die
Lehrerin des Kurses und mein Betreuer sind auch total nett und hilfsbereit. Besonders mein Betreuer hat sehr viel
Erfahrung und hat immer ein offenes Ohr und Zeit für mich. Die Kurse haben ein
sehr hohes Niveau und ich wundere mich, wie die das alles so gut hinbekommen.
Es ist unglaublich, wie viel die Schüler innerhalb von drei Wochen gelernt
haben. Da ich nur drei Mal die Woche hospitiere, helfe ich so noch im Büro aus.
Ich bin immer sehr lange im Institut und abends dann dementsprechend müde.
Am Wochenende habe ich dann aber Zeit, um Salwar Kameez (Tunika und Leggings) zu shoppen, ins Kino oder Theater zu gehen. Sportlich habe ich mich auch schon betätigt. Es gibt hier einen riesigen Campus einer Universität, wo man, wie in einem riesigen Park, laufen gehen kann. Der Campus ist wie eine Oase mitten in der Stadt, in der friedlich die Rehe grasen. Dort gibt es auch einen Yogakurs, den ich mir mal angeschaut habe. Spätestens beim Kopfstand war ich maßlos überfordert mit diesen anspruchsvollen Übungen, aber ich werde noch nicht aufgeben und mich noch mal darauf einlassen, obwohl ich vieles nicht verstehe, insbesondere die Gesänge am Schluss. Nur das „inhale-exhale“ habe ich jetzt drauf. Es geht sehr viel um die Atmung und ist wesentlich anstrengender als ich vermutet habe. . .
Am Wochenende habe ich dann aber Zeit, um Salwar Kameez (Tunika und Leggings) zu shoppen, ins Kino oder Theater zu gehen. Sportlich habe ich mich auch schon betätigt. Es gibt hier einen riesigen Campus einer Universität, wo man, wie in einem riesigen Park, laufen gehen kann. Der Campus ist wie eine Oase mitten in der Stadt, in der friedlich die Rehe grasen. Dort gibt es auch einen Yogakurs, den ich mir mal angeschaut habe. Spätestens beim Kopfstand war ich maßlos überfordert mit diesen anspruchsvollen Übungen, aber ich werde noch nicht aufgeben und mich noch mal darauf einlassen, obwohl ich vieles nicht verstehe, insbesondere die Gesänge am Schluss. Nur das „inhale-exhale“ habe ich jetzt drauf. Es geht sehr viel um die Atmung und ist wesentlich anstrengender als ich vermutet habe. . .
Mein Tamilkurs sollte heute beginnen, aber
hier läuft auch nicht immer alles nach Plan, daher hatte ich bisher leider noch
keine Sprachstunden. Allerdings habe ich heute das erste Mal versucht, auf
Tanglisch (ein Mix aus Tamil und Englisch)
etwas zu kaufen und es hat sogar auf Anhieb funktioniert: I want to buy
usi nul (Ich möchte Nadel und Faden kaufen). Jetzt kann ich eine meiner neuen
XXL-Leggings (ich konnte den Verkäufer nicht überzeugen, dass ich nach meinem
persönlichen Augenmaß drei Mal in die Leggings passe…) stopfen. Ich habe mich nämlich etwas dem indischen
Kleidungsstil angepasst und mir Salwar Kameez gekauft. Da muss ich dann weniger
besorgt sein, dass man meine Schultern sehen könnte, die hier sehr schamhaft
bedeckt werden (und man wird auch im Bus darauf hingewiesen, wenn das nicht der
Fall ist). Die Bäuche hingegen dürfen ruhig sichtbar gezeigt werden. Auf
angemessene Kleidung wird hier viel Wert gelegt. Ich bin immer wieder
begeistert wie schön bunt hier alles ist und wie stilvoll viele Frauen hier
herumlaufen. Tuch, Bluse, Rock und Hose sind farblich perfekt aufeinander
abgestimmt. Dazu sieht man immer wieder echte Blumenketten in den Haaren der
Frauen. Diese Blumen werden auch vor den Tempeln verkauft. Es gibt viele Männer, die umgebundene Tücher
tragen, die wie Röcke aussehen. Einige Menschen tragen keine Schuhe, aber auch
mit Schuhen ist es eigentlich unmöglich die Füße einigermaßen sauber zu halten,
weil überall sehr viel Staub ist. Die Schuhe werden beim Gehen ziemlich
beansprucht und ich habe die Vermutung, dass die meisten Menschen auf der
Straße laufen, um den Schlaglöchern, Bäumen und Kabeln auf den Gehwegen zu
entgehen. Mittlerweile fühle ich mich auf der Straße auch etwas sicherer,
obwohl ich immer noch nicht an die „verkehrte“ Fahrtrichtung gewöhnt habe.
Bin ich unterwegs, sehe ich immer wieder interessante Bilder, die ich am liebsten auf der Kamera festhalten würde. Aber ihr könnt sicher verstehen, dass das oft nicht angebracht ist. Beispielsweise war ich neulich von den bügelnden und nähenden Menschen auf dem Gehweg fasziniert. Dabei hat ein Mann auf einer alten Tretnähmaschine genäht. Heute habe ich mein Gemüse bei einem Stand gekauft, wo der Verkäufer das Gemüse mit einer ganz alten Waage abwog.
Das Einkaufen ist hier auch eine Kunst, die man erst verstehen muss. So wollte ich am Wochenende nur ein Brotdose kaufen. Im Geschäft hat mir die Frau zwei Dosen präsentiert. Als ich verständlich machen konnte, dass ich eine kaufen wolle und mein Portemonnaie zückte, brachte die Verkäuferin die Dose drei Meter weiter zu einem Mann, der wiederum eine Rechnung erstellte. Dann wollte ich bezahlen, aber auch das war falsch. Erst einmal musste ich die Dose zu einer dritten Person bringen, die den Kauf noch mal absegnete. Dann musste ich wieder zurück zu Mann Nummer zwei und durfte bezahlen. Schließlich hat eine weitere Frau die Dose verpacken wollen und mir ausgehändigt. Als ich vor ein paar Tagen in einem Kleidungsgeschäft etwas bezahlen wollte, war das eine ähnliche Situation und ich habe den Mann partout nicht verstanden. Schließlich kam eine Kollegin hinzu, die mich für leicht verrückt gehalten haben muss, weil ich den Kollegen und das System nicht begreifen wollte. Endlich habe ich begriffen, dass der Kollege nur den Beleg schreibt, die Kleidung dann durch eine Tunnelrutsche vom zweiten Stock ins Erdgeschoss gelangt und ich sie dann wieder über drei weitere Zwischenstopps bei Kollegen im Erdgeschoss bekomme.
Bin ich unterwegs, sehe ich immer wieder interessante Bilder, die ich am liebsten auf der Kamera festhalten würde. Aber ihr könnt sicher verstehen, dass das oft nicht angebracht ist. Beispielsweise war ich neulich von den bügelnden und nähenden Menschen auf dem Gehweg fasziniert. Dabei hat ein Mann auf einer alten Tretnähmaschine genäht. Heute habe ich mein Gemüse bei einem Stand gekauft, wo der Verkäufer das Gemüse mit einer ganz alten Waage abwog.
Das Einkaufen ist hier auch eine Kunst, die man erst verstehen muss. So wollte ich am Wochenende nur ein Brotdose kaufen. Im Geschäft hat mir die Frau zwei Dosen präsentiert. Als ich verständlich machen konnte, dass ich eine kaufen wolle und mein Portemonnaie zückte, brachte die Verkäuferin die Dose drei Meter weiter zu einem Mann, der wiederum eine Rechnung erstellte. Dann wollte ich bezahlen, aber auch das war falsch. Erst einmal musste ich die Dose zu einer dritten Person bringen, die den Kauf noch mal absegnete. Dann musste ich wieder zurück zu Mann Nummer zwei und durfte bezahlen. Schließlich hat eine weitere Frau die Dose verpacken wollen und mir ausgehändigt. Als ich vor ein paar Tagen in einem Kleidungsgeschäft etwas bezahlen wollte, war das eine ähnliche Situation und ich habe den Mann partout nicht verstanden. Schließlich kam eine Kollegin hinzu, die mich für leicht verrückt gehalten haben muss, weil ich den Kollegen und das System nicht begreifen wollte. Endlich habe ich begriffen, dass der Kollege nur den Beleg schreibt, die Kleidung dann durch eine Tunnelrutsche vom zweiten Stock ins Erdgeschoss gelangt und ich sie dann wieder über drei weitere Zwischenstopps bei Kollegen im Erdgeschoss bekomme.
Ich mag hier besonders die kleinen
Straßenstände, an denen man Kaffee oder Chai
bekommt und in der Sonne das Getränk genießen kann. Auch die Lassis
haben mich schon überzeugt und ich vermisse kaum die deutsche Kost. Zwar habe
ich noch längst nicht alle Brotsorten probiert, kann jetzt aber schon Parrotta
von Chapati und Dosa unterscheiden. Kauft man sich solch ein Brot, bekommt man
immer kleine Tütchen mit verschiedenen Soßen dazu, die meistens ziemlich scharf
sind.
Mich beeindruckt die Geduld und die Gelassenheit
vieler Menschen hier und ich treffe immer wieder auf sehr hilfsbereite Leute,
die mir meine Hilflosigkeit manchmal ansehen und mir helfen, bevor ich
überhaupt fragen konnte.
Mittwoch, 15. Januar 2014
Praktikumsbeginn und Eingewöhnungsphase
Die erste Woche verging sehr schnell und ich
denke, dass ich den ersten Kulturschock überwunden habe. Ich weiß gar nicht, wie
ich die unzähligen Eindrücke, die permanent auf mich einprasseln, einigermaßen
authentisch in Worte fassen kann, aber ich werde einmal versuchen, ein paar Erlebnisse mit euch zu teilen.
Das Goethe-Institut
Ich wurde sehr herzlich von meinem neuen
Kollegium des Goethe-Instituts empfangen und durch das Gebäude geführt. Das
Institut ist sehr modern ausgestattet, hat eine schöne Dachterrasse, auf der
wir immer Mittagspause machen, eine Bibliothek mit deutscher Literatur und eine
kleine Aula.
Die erste Woche war ich im Language Department bei Susanna, Hema und Pragadish und habe mich als Sekretärin versucht. Wirklich entlastet habe ich meine Kollegen dabei eher nicht, weil ich erstens das System so schnell nicht durschauen konnte und zweitens nicht der Organisationsmensch bin, aber ich hatte trotzdem meinen Spaß, weil die Leute einfach so nett und unterhaltsam sind. Durch das Sortieren der Antragsformulare habe ich schon mal die unglaublich komplizierten Namen üben können. Ansonsten habe ich interne Anrufe entgegengenommen und Infos weitergegeben.
Die erste Woche war ich im Language Department bei Susanna, Hema und Pragadish und habe mich als Sekretärin versucht. Wirklich entlastet habe ich meine Kollegen dabei eher nicht, weil ich erstens das System so schnell nicht durschauen konnte und zweitens nicht der Organisationsmensch bin, aber ich hatte trotzdem meinen Spaß, weil die Leute einfach so nett und unterhaltsam sind. Durch das Sortieren der Antragsformulare habe ich schon mal die unglaublich komplizierten Namen üben können. Ansonsten habe ich interne Anrufe entgegengenommen und Infos weitergegeben.
Auf der Straße
Ich werde jeden Montag von Pragatesh mit
seinem Motorrad abgeholt und dann fahren wir zusammen zum Institut. Dafür soll
ich auf der Fahrt mit ihm Deutsch üben. Ich möchte nicht wissen, was ich da
alles auf dem Weg einatme. Die Luft ist sehr staubig und versmogt. Die
ungeschriebene Straßenverkehrsordnung ist mir ein großes Rätsel, aber irgendwie
funktioniert das alles, auch wenn von links und rechts überholt wird und keine
richtigen Spuren zu erkennen sind. Es gilt wohl: Wer zuerst kommt, malt zuerst.
Von morgens bis spät abends ist grundsätzlich viel Verkehr auf den Straßen und
als Fußgänger komme ich mir sehr unbeholfen vor. Ich fühl mich wie ein kleines
Kind, das sich immer an irgendwelche Leute dranhängt und denen dann hinterherläuft.
Die Passanten wundern sich dann manchmal etwas, aber das ist der einzige Weg
für mich lebendig über die Straße zu kommen. Zebrastreifen und Ampeln sind
eigentlich nur Straßendekoration. Manchmal stehe ich schon sehr lange da und
warte und warte und warte…..
Nach der Arbeit fahre ich mit dem Bus zurück. Auch dabei bin ich sehr auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Die Bushaltestellen erkennt man an den Ansammlungen wartender Menschen auf der Straße. Fahrpläne gibt es keine. Wenn man seine Busnummer sieht, springt man rein und setzt sich als Frau rechts, als Mann links. Dann gibt es einen Fahrkartenverkäufer. Ich bezahle für meine halbe Stunde Fahrt gerade mal 15 Cent, bei einem Bus ohne Türen nur 6 Cent. In den günstigeren Bussen fahren mehr Taschendiebe mit, daher muss ich in diesen Bussen besonders auf meine Tasche aufpassen. Bin ich in einen Bus eingestiegen, quatsche ich eine nett aussehende Frau an und die sagt mir dann, wo ich aussteigen muss. Dabei entsteht oft ein sehr nettes Gespräch, wenn wir uns sprachlich verständigen können. Die Menschen sind da sehr, sehr hilfsbereit.
Rikscha bin ich auch schon gefahren, aber das ist wesentlich teurer und trotz Meter (ein Gerät, das die Kilometer zählt) versuchen die Fahrer immer wieder den Preis zu erhöhen. Da ist es wichtig vorher zu wissen, wie viel man ungefähr zahlen muss und darauf zu achten, dass der Meter tatsächlich eingeschaltet ist.
Nach der Arbeit fahre ich mit dem Bus zurück. Auch dabei bin ich sehr auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Die Bushaltestellen erkennt man an den Ansammlungen wartender Menschen auf der Straße. Fahrpläne gibt es keine. Wenn man seine Busnummer sieht, springt man rein und setzt sich als Frau rechts, als Mann links. Dann gibt es einen Fahrkartenverkäufer. Ich bezahle für meine halbe Stunde Fahrt gerade mal 15 Cent, bei einem Bus ohne Türen nur 6 Cent. In den günstigeren Bussen fahren mehr Taschendiebe mit, daher muss ich in diesen Bussen besonders auf meine Tasche aufpassen. Bin ich in einen Bus eingestiegen, quatsche ich eine nett aussehende Frau an und die sagt mir dann, wo ich aussteigen muss. Dabei entsteht oft ein sehr nettes Gespräch, wenn wir uns sprachlich verständigen können. Die Menschen sind da sehr, sehr hilfsbereit.
Rikscha bin ich auch schon gefahren, aber das ist wesentlich teurer und trotz Meter (ein Gerät, das die Kilometer zählt) versuchen die Fahrer immer wieder den Preis zu erhöhen. Da ist es wichtig vorher zu wissen, wie viel man ungefähr zahlen muss und darauf zu achten, dass der Meter tatsächlich eingeschaltet ist.
Chapati und indische Gastfreundschaft
Als Vegetarier lebt es sich hier sehr gut.
Hier fällt man eher auf, wenn man Fleisch ist. Daher muss man extra sagen, dass
man Non-Veg. essen möchte. Das Brot, das hier viel gegessen wird, nennt sich
Chapati. Das Vokabular für die anderen kulinarischen Speisen muss ich noch
lernen. Heute war ich in einem Imbiss und habe einfach die Karte nicht
verstanden und als der Kellner das merkte, wurde ich direkt in die Küche
geführt, wo er mir schließlich die Gerichte zeigte. So war es leichter für mich,
mein Essen auszuwählen. Was ich gegessen habe, weiß ich zwar immer noch nicht,
aber es war lecker.
Letzten Freitag wurde ich in der Mittagspause spontan zu einem Essen im Haus der Schwiegermutter einer Kollegin eingeladen und da hatte ich die Möglichkeit, ganz viele Leckereien zu kosten. Das ganze Essen war ein großes Erlebnis für mich. Als wir ankamen, haben wir erst einmal unsere Schuhe ausgezogen. Alle waren barfuß, nur ich (die es nicht besser wusste…) habe meine Socken anbehalten. Die kleine Wohnung war bestimmt mit 50 Personen gefüllt. Im Esszimmer war ein Altar mit einer Gottheit aufgebaut. Drumherum war alles bunt mit Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen geschmückt. Davor saßen rechts und links an der Wand Männer und Frauen im Schneidersitz, die gegessen haben. Wir sind erst einmal direkt ins Schlafzimmer und haben dort Familienangehörige begrüßt und ein schlafendes Baby bewundert, das sich von dem Lärm und Trubel nicht irritieren ließ. Nach einer Weile wurden wir zum Essen gerufen. Erst mussten wir vor dem Altar stehen. Ich glaube es ging darum, für das Essen zu danken. Anschließend haben wir uns gesetzt und vor uns wurden große Palmblätter (die Teller) platziert. Darauf mussten wir dann Wasser verstreichen. Und dann begann das eigentliche Essen. Es kamen viele Frauen mit ihren Töpfen und haben Reis, Soßen, frittiertes Gemüse, Joghurt und mir ganz fremde Dinge serviert. Gegessen wurde mit der rechten Hand und währenddessen wurde immer mehr aufgeschöpft. Ich kam überhaupt nicht hinterher und war voll damit beschäftigt, mein Essen nicht aus der Hand fallen zu lassen. Die Gastgeberin fragte mich dann besorgt, ob es mir nicht schmecken würde, weil ich so langsam esse. Dabei habe ich noch nie zuvor so lecker Indisch gegessen. Zum Schluss haben wir noch ein Abschiedsgeschenk (eine Banane) geschenkt bekommen und sind wieder zurück zum Institut gerast, weil der Kollegin einfiel, dass sie viel zu spät zum Unterricht kommt.
Letzten Freitag wurde ich in der Mittagspause spontan zu einem Essen im Haus der Schwiegermutter einer Kollegin eingeladen und da hatte ich die Möglichkeit, ganz viele Leckereien zu kosten. Das ganze Essen war ein großes Erlebnis für mich. Als wir ankamen, haben wir erst einmal unsere Schuhe ausgezogen. Alle waren barfuß, nur ich (die es nicht besser wusste…) habe meine Socken anbehalten. Die kleine Wohnung war bestimmt mit 50 Personen gefüllt. Im Esszimmer war ein Altar mit einer Gottheit aufgebaut. Drumherum war alles bunt mit Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen geschmückt. Davor saßen rechts und links an der Wand Männer und Frauen im Schneidersitz, die gegessen haben. Wir sind erst einmal direkt ins Schlafzimmer und haben dort Familienangehörige begrüßt und ein schlafendes Baby bewundert, das sich von dem Lärm und Trubel nicht irritieren ließ. Nach einer Weile wurden wir zum Essen gerufen. Erst mussten wir vor dem Altar stehen. Ich glaube es ging darum, für das Essen zu danken. Anschließend haben wir uns gesetzt und vor uns wurden große Palmblätter (die Teller) platziert. Darauf mussten wir dann Wasser verstreichen. Und dann begann das eigentliche Essen. Es kamen viele Frauen mit ihren Töpfen und haben Reis, Soßen, frittiertes Gemüse, Joghurt und mir ganz fremde Dinge serviert. Gegessen wurde mit der rechten Hand und währenddessen wurde immer mehr aufgeschöpft. Ich kam überhaupt nicht hinterher und war voll damit beschäftigt, mein Essen nicht aus der Hand fallen zu lassen. Die Gastgeberin fragte mich dann besorgt, ob es mir nicht schmecken würde, weil ich so langsam esse. Dabei habe ich noch nie zuvor so lecker Indisch gegessen. Zum Schluss haben wir noch ein Abschiedsgeschenk (eine Banane) geschenkt bekommen und sind wieder zurück zum Institut gerast, weil der Kollegin einfiel, dass sie viel zu spät zum Unterricht kommt.
Kollywood
Am selben Tag wurde ich noch ins Kino
eingeladen. Es kam ein neuer Film mit einem hier sehr bekannten, tamilischen
Schauspieler heraus. Darauf hatte ich große Lust, also bin ich mitgegangen. An
der Sicherheitskontrolle vor dem Kino wurden erst mal meine 5 Kaugummi in
Beschlag genommen, da diese ja Nahrungsmitteln seien…
Als wir dann im voll besetzten Kino saßen, ging es leicht verspätet los. Es war ziemlich unruhig, da immer wieder Leute kamen. Als der eigentliche Film dann begann, fingen auf einmal alle Leute zu grölen und zu schreien an (so ein bisschen wie im Fußballstadion). Nach einigen Minuten wurde der Protagonist auf die Leinwand projiziert (erst die Hand, dann der Fuß und schließlich der Held in Person). Dabei sind die Zuschauer völlig ausgetickt. Ich habe mich daher mehr über die Zuschauer, als über den eigentlichen Film amüsiert. Sie haben den ganzen Film über mitgefiebert, gepfiffen und gelacht. Da musste ich gleich an mein Kinoerlebnis in Heidelberg denken, als sich eine Frau neben mir beschwerte, dass ich zu laut an meinem Popcorn schmatze…
Der Film war voller Action, Liebe und Komik (typisch Kollywood). Lachen musste ich, als einige Tanzszenen kamen, die in der Schweiz gedreht wurden. Der Film war auf Tamil, aber die Handlung habe ich auch so verstehen können.
Kollywood ist übrigens die Bezeichnung für die tamilische Filmindustrie.
Als wir dann im voll besetzten Kino saßen, ging es leicht verspätet los. Es war ziemlich unruhig, da immer wieder Leute kamen. Als der eigentliche Film dann begann, fingen auf einmal alle Leute zu grölen und zu schreien an (so ein bisschen wie im Fußballstadion). Nach einigen Minuten wurde der Protagonist auf die Leinwand projiziert (erst die Hand, dann der Fuß und schließlich der Held in Person). Dabei sind die Zuschauer völlig ausgetickt. Ich habe mich daher mehr über die Zuschauer, als über den eigentlichen Film amüsiert. Sie haben den ganzen Film über mitgefiebert, gepfiffen und gelacht. Da musste ich gleich an mein Kinoerlebnis in Heidelberg denken, als sich eine Frau neben mir beschwerte, dass ich zu laut an meinem Popcorn schmatze…
Der Film war voller Action, Liebe und Komik (typisch Kollywood). Lachen musste ich, als einige Tanzszenen kamen, die in der Schweiz gedreht wurden. Der Film war auf Tamil, aber die Handlung habe ich auch so verstehen können.
Kollywood ist übrigens die Bezeichnung für die tamilische Filmindustrie.
No Simcard for Foreigners?!
Nachdem ich ca. 7 Mal einen Handyshop
aufsuchen musste, habe ich endlich eine Karte bekommen und bin jetzt sehr froh,
endlich mobil zu sein. Anscheinend verkaufen sie hier Ausländern ungern
Handykarten, weshalb ist mir jedoch nicht ganz klar. Das erste Mal bin ich
voller naivem Optimismus in einen Handyladen gegangen und meinte, ich bräuchte
eine Simacard. Der Verkäufer erwiderte darauf, dass ich einen Reisepass
vorlegen müsste. Also kam ich später mit meinem Reisepass vorbei. Daraufhin
meinte der Verkäufer, dass ich eine Kopie bräuchte. Ich fragte ihn, weshalb und
er meinte nur, ohne Kopie ginge es nicht. Also schickte er mich zum Kopieren zu
einer Bank, die geschlossen hatte. Beim dritten Besuch dachte ich, dass ich nun
alles parat hätte. Als ich alles vorlegte, meinte der Verkäufer nur trocken,
dass ich ein Passfoto bräuchte. Spätestens da war ich ziemlich genervt, vor
allen Dingen, weil er mir nicht erklären könnte, wofür er all das brauchte und
mich für jede Sache einzeln laufen ließ. Also versuchte ich mein Glück in einem
anderen Handyladen. Dort fand das Mädchen, das dort arbeitete, erst einmal
interessant, woher ich kam und was ich hier in Indien mache. Außerdem war sie
sehr erfreut, dass ich sie auf Englisch verstehen konnte (und auch ich war
froh, dass sie mich verstand). Die Unterhaltung war sehr nett, aber ich wollte
ja eigentlich eine Handykarte. Das Mädchen und ihre Kollegen waren sichtlich
bemüht, telefonierten hin und her und brachten mich schließlich persönlich zur
Konkurrenz, doch auch da wollte man Passfotos von mir. Also bin ich am nächsten
Tag mit Passfotos, die mein Kollege extra aus meinem Reisepass kopierte, zum
nächsten Handyshop. Diese Fotos waren dann wieder zu groß, weshalb ich zu einem
Fotoshop geschickt wurde und neue Fotos machen lassen musste. Nach langem Hin
und Her habe ich dann endlich, endlich eine Simcard bekommen und habe mich
gefreut wir Oskar.
Tamil und irritierende Körpersprache
Viele Einheimische sprechen mehrere Sprachen
und einige sprechen sehr gutes Englisch. Dennoch habe ich bei vielen noch
Schwierigkeiten, sie zu verstehen und umgekehrt werde ich oft nicht verstanden.
Das R wird grundsätzlich gerollt und die T-Laute am Ende eines Wortes werden
extrem betont. Probiert das mal aus, das hört sich interessant an…
Manchmal werde ich auf Tamil oder einer anderen Sprache zugequatscht. Interessant ist auch, dass die Inder untereinander eine Mischung aus Tamil und Englisch sprechen. Das ist gut für mich, da ich so zumindest ein wenig mit Hilfe des Kontextes erschließen kann. Was mich besonders irritiert ist die Körpersprache. Ein „Ja“ wird dabei oft mit einem Hin-und Herschütteln des Kopfes signalisiert, was unserem Kopfschütteln sehr ähnlich ist.
Was immer verstanden wird, ist mein Lächeln, das mir immer Türen öffnet J.
Ich habe fest vor, Tamil zu lernen und auch schon einen Deutschlehrer am Institut kennengelernt, der eine andere Praktikantin unterrichtet und mich eingeladen hat, mitzumachen.
Manchmal werde ich auf Tamil oder einer anderen Sprache zugequatscht. Interessant ist auch, dass die Inder untereinander eine Mischung aus Tamil und Englisch sprechen. Das ist gut für mich, da ich so zumindest ein wenig mit Hilfe des Kontextes erschließen kann. Was mich besonders irritiert ist die Körpersprache. Ein „Ja“ wird dabei oft mit einem Hin-und Herschütteln des Kopfes signalisiert, was unserem Kopfschütteln sehr ähnlich ist.
Was immer verstanden wird, ist mein Lächeln, das mir immer Türen öffnet J.
Ich habe fest vor, Tamil zu lernen und auch schon einen Deutschlehrer am Institut kennengelernt, der eine andere Praktikantin unterrichtet und mich eingeladen hat, mitzumachen.
Der Bericht wurde nun doch ausführlicher als
geplant und trotzdem kann er meine ganzen Erlebnisse nur ansatzweise
widergeben. Wenn ihr wirklich wissen wollt, wie es hier ist, müsst ihr einfach
selbst mal eine Reise hierher wagen.
Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl und bin
gespannt, auf das, was noch kommt.
Viele sonnige Grüße nach Deutschland!
| Tempelbau |
| Ein Strand in der Nähe |
| Mein Frühstück |
| Blick aus dem Fenster |
| Meine vorläufige Unterkunft |
Samstag, 4. Januar 2014
Nachricht aus Chennai
Hier
ein erstes Lebenszeichen aus Chennai.
Ich hatte eine gute Reise, auf der ich sehr nette Mitreisende kennengelernt habe, wodurch ich bis Chennai nicht alleine unterwegs war und daher war der Flug ziemlich entspannt und ging schnell herum.
Bisher habe ich noch nicht viel von der Stadt gesehen und habe noch keine richtige Orientierung. Ich sehe und höre permanent Mopeds, Taxis und Rikschas. Wie erwartet, geht es auf der Straße ziemlich chaotisch zu und der Linksverkehr verwirrt mich. Als ich gestern in das Taxi steigen wollte, wollte ich direkt auf der Fahrerseite einsteigen.
Der erste Eindruck und die gesamte Atmosphäre erinnern mich sehr an meine Zeit in Nicaragua und das beruhigt mich irgendwie, obwohl hier alles ganz anders aussieht, riecht und sich anhört. Meine paar Pullover hätte ich wohl zuhause lassen können, aber ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, dass es selbst im Winter hier so warm ist und nun kämpfe ich ein wenig mit der stickigen Luft. Aber daran werde ich mich gewöhnen. Das Apartment ist ziemlich geräumig und gut ausgestattet. Das warme Wasser funktioniert gerade nicht, aber das werde ich wohl auch gar nicht brauchen. Der Vermieter und seine Frau sind sehr nett. Sie können sogar beide Deutsch sprechen, weil sie mal eine Zeit lang in Deutschland gelebt haben. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie mich nicht immer verstehen und dann ignorieren sie auch gerne mal Fragen und lenken auf ein komplett anderes Thema. Aber ich bin mit den wichtigsten Dingen versorgt und werde mich gleich mal allein auf die Straße wagen und die Gegend ein bisschen erkunden. Zum Strand sind es nur 15 Minuten Fußweg und es gibt direkt in der Nebenstraße viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
Meine ersten komischen Erlebnisse von gestern waren, dass mich der Taxifahrer permanent mit „Madam“ angesprochen hat, als ob ich eine Hofdame aus dem 19. Jahrhundert wäre und dass wir als Frauen in Delhi am Flughafen bei der Sicherheitskontrolle in der Schlange bei den Männern vorgelassen wurden. Als ich dann die Stirn runzelte und ein wenig lachen musste, meinte ein Mann: „This is India“.
Ich melde mich wieder und freue mich über Nachricht von euch J.
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